Organisationsstruktur und Schwerpunkte
Die folgende kurze
Einführung beschreibt und illustriert den strukturellen Aufbau des Bundes der
Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (kurz BDAJ) sowie die Schwerpunkte seiner
Arbeit. Aktuell ist der BDAJ bereits Anschlussverband im Deutschen Bundesjugendring (DBJR) und führt
derzeit Gespräche zur Erlangung der Vollmitgliedschaft.
Der BDAJ (ehemals AAGB als Akronym aus dem türkischen Almanya Alevi Gençler Birliği - Bund der
Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V.) ist die 1993 gegründete
Jugendorganisation der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. (AGD / AABF - www.alevi.com). Aktuell sind ca. 20.000
Mitgliedsfamilien unter dem Dach der AABF organisiert; im gesamten Jahr 2008
feierte die AABF ihr 20-Jähriges bestehen mit diversen Veranstaltungen in
ihrenOrtsvereinen und einem prunkvollen Empfang in der zur Zentrale der Gemeinde
in Köln gehörenden Mehrzweckhalle. „Weltoffenheit und Toleranz, die
Bereitschaft zum interreligiösen und interkulturellen Dialog, Positivismus und
Humanismus sowie unser striktes Veto gegen religiösen Fundamentalismus und
Nationalismus! Das sind wesentliche Eckpfeiler unseres Verständnisses" so der
Bundesvorsitzende des BDAJ Ali Dogan.
Der BDAJ versteht
sich, wie es die Abbildung zeigt als Zusammenschluss von 85 Ortsjugenden (Stand 05/2010) als Vollmitgliedern, sowie weiteren 40 Anschlussjugenden bzw. 5
Regionalverbänden (NRW, Baden-Württemberg, Bayern, Norden, Hessen), welche als
verbindendes Glied zwischen dem Bundesvorstand und den Ortsjugenden angesehen werden
können. Als Randinformation sollte gesagt werden, dass sich die Regionalverbände
nicht strikt an den realpolitischen Landesgrenzen orientieren sondern nach
geografischen Gegebenheiten und zur Erzielung von Synergieeffekten, sowie einer
verbesserten Kommunikation und Zusammenarbeit freier interpretiert werden
müssen. So zum Beispiel ist die Alevitische Gemeinde Aschaffenburgs im Regionalverband Hessen organisiert, obwohl die Stadt im Grunde in Bayerns liegt. Hierdurch ist auch eine erleichterte Betreuung
des Ortsvereins durch die Regionalverbandssvertreter sowie eine verbesserte Vernetzung mit
aktiven Jugendlichen aus anderen Städten möglich. Der Regionalverband Norden
umfasst neben den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch die
Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Während bereits viele Ortsvereine
Mitglied in dem jeweiligen Stadtjugendring sind, besitzen auch die
Regionalverbände den selbständigen Status „e.V.". Allesamt visieren sie eine
Mitgliedschaft im Landesjugendring ihres Bundeslandes an! In Bayern, NRW, Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen wurde
dieser Schritt bereits vollzogen.
Der
basisdemokratische Verband wählt seinen Bundesvorstand in der ordentlichen Vollversammlung
alle drei Jahre zu der jede Ortsjugend zwei Delegierte entsenden kann (es gilt
nach Satzung die Altersgrenze -35). Der Vorstand bestehend aus 9 Mitgliedern und wählt anschließend in seiner konstituierenden Sitzung (männliche
Bezeichnungen sollten im Weiteren als geschlechtsneutral angesehen werden) den
Bundesvorsitzenden, seinen Stellvertreter, den Generalsekretär und den Kassierer als geschäftsführenden Vorstand. Der vierköpfige Kontrollausschuss überwacht die finanziellen
Tätigkeiten des Bundes und legt der Vollversammlung darüber einen Bericht vor.
Die Disziplinarkommission wacht (auf schriftlichen Antrag) über die sonstigen
Arbeiten der Personen im Verband. Ähnlich zum Bundesverband setzt sich auch der
jeweilige Regionalverband durch die Delegierten aus den Ortsvereinen zusammen,
wobei die Regelungen bzgl. der Anzahl der Delegierten und der
Altersbeschränkung sich voneinander unterscheiden können.
Die Schwerpunkte
seiner Arbeit betitelt der Verband in seiner Satzung wie folgt:
Erhalt und Erforschung der alevitischen Lehre
Einsatz für ein gerechtes und friedliches
Zusammenleben
Unterstützung, Beratung und Förderung Jugendlicher
(Schüler / Studenten)
Einsatz für Menschenrechte, die Gleichstellung von
Mann und Frau, die Freiheit aller Glaubensrichtung, die Rechte
unterdrückter Minderheiten, die Integration ausländischer Jugendlicher und
den Umweltschutz.
Motivation der Jugendlichen zu kritischem Denken und
Handeln sowie zur demokratischen Mitgestaltung aller
gesellschaftlichen Lebensbereiche.
Interessenvertretung seiner Mitglieder in der
Gesellschaft und versucht, diese in politische Entscheidungsprozesse
einfließen zu lassen.
Inhaltlich werden
Themen wie z.B. Jugendpolitik, Umweltpolitik, berufliche Perspektiven,
Integrationspolitik, Diskriminierung jeder Art sowie Aufklärung in den Bereichen
Kriminalität und Drogen behandelt. Insbesondere auf die überparteiliche politische
und kulturelle Sensibilisierung der organisierten Jugendlichen hat die Alevitische
Jugend ein Augenmerk gelegt. Zudem bietet der Verband interessante
Freizeitbeschäftigungen für Jugendliche an und veranstaltet Bildungsseminare, Konferenzen,
Theateraufführungen, Festivals, Kurse, Bildungsreisen, etc. Die Zusammenarbeit
mit anderen Jugendverbänden aus Deutschland und Europa ist erwünscht und wird
vom Verband angestrebt. Eine solche Zusammenarbeit fördert die gegenseitige
Verständigung und das interkulturelle Lernen. Die Alevitische Jugend ist sich
seiner Rolle als ein wichtiger Multiplikator im Bereich der Integrationspolitik
bewusst. Die in dem Verband organisierten Jugendlichen verstehen sich jedoch
als Teil der hiesigen Gesellschaft. Es ist somit auch ein Selbstzweck des
Verbandes, diesen integrativen Gedanken in die gesamte Gesellschaft der
Menschen mit Migrationshintergrund zu multiplizieren.